Fastelovends-Fieber im Haus Effata

 

Seniorenpflegeeinrichtung „Haus Effata“ des Mechernicher Ordens Communio in Christo in Blankenheim im Fastelovends-Fieber – Sitzung mit jeckem Programm -Prinzenpaar kommt zum Freundschaftsbesuch

Blankenheim/Mechernich – Außer Rand und Band war Weiberdonnerstag auch die Seniorenpflegeeinrichtung „Haus Effata“ des Mechernicher Ordens Communio in Christo in Blankenheim. Jecke Musik, bunte Kostüme, ein närrisches Programm und Polonaisen durch die Einrichtung ließen keinen Zweifel daran: Bewohner, Belegschaft und Gäste waren im Fastelovends-Fieber.

Dabei konnte die von Pflegedienstleiterin Barbara Hoffmann und den übrigen Mitarbeitern zusammengestellte Karnevalssitzung in Punkto Spaß an der Freude, Programm und vor allem ganz viel „Hätz“ durchaus mit den großen Vorbildern mithalten. Mit ihrer kurzweiligen Moderation führte Cornelia Leuschen, Mitarbeiterin im Sozialen Dienst, durch den Tag – vom ersten Schunkeln beim Sektempfang um 11 Uhr 11 an bis zum stimmungsvollen Ausklang gegen 15.30 Uhr.

Dazwischen lagen vergnügliche Stunden, in denen sich auch der Communio-Pfarrer Father Jaison und Heimleiterin Ulrike Müller zum Mitschunkeln einhakten und Norbert Arnold, Geschäftsführer der Communio, als jecke Biene verkleidet in der Mitarbeiter-Polonaise durch das Gebäude zog. „Hier ist die Stimmung immer besonders gut“, freute er sich. Für viele Lacher und besondere Highlights sorgten die Sketche der Mitarbeiterinnen Angelika Schwahlen, Astrid Hermanns und Anita Leyendecker.

Als schließlich auch das Blankenheimer Prinzenpaar, Prinz Werner V. und Prinzessin Gaby (beide Poensgen) nebst Pagen, Jecken Böhnchen und Gefolge seine Aufwartung machte, war eines schnell klar: Hier handelte es sich auch für die „Blangemer“ Karnevalisten um einen  ganz besonderen Termin. Ein Freundschaftsbesuch, den auch die Tollitäten sichtlich genossen. Denn hier im Haus Effata, das wissen die Karnevalisten aus den Vorjahren, werden sie nicht nur herzlich begrüßt, sondern auch alle Mann mit einer heißen, vom Küchenteam des Haus Effata zubereiteten Suppe versorgt.

„Wir sind froh, dass es euch gibt – und wir hoffen, ihr seid froh, dass es uns gibt!“, bedankten sich die Blangemer Karnevalsiten um ihren Vorsitzenden Harry Balter und Präsidenten Stefan Meyer. Und natürlich mit einem dreifachen, kräftigen „Haus Efatta Juh Jah!“

pp/Agentur ProfiPress

 

 

 

Pänz feiern närrisches Jubiläum

 

11. Kinderzug schunkelte sich durch Kommern – Über 1100 Pänz zogen durch die Gassen – Gute Laune und tolle Kostüme - Waldkindergarten aus dem LVR-Freilichtmuseum erstmals dabei

Mechernich-Kommern – Während die jecken Wiever Weiberdonnerstag im Mechernicher Kernort das Rathaus enterten, geriet auch Kommern außer Rand und Band. Die Narren im schmucken Mechernicher Ort nämlich gehörten auch in diesem Jahr wieder zu den ersten im Kreis Euskirchen, die rufen konnten: „Der Zoch kütt!“ Allerdings waren es in Kommern nicht nur die „Wiever“, sondern vor allem die Kinder, die das Regiment übernahmen. Über 1100 Kinder lachten, tanzen und schunkelten im 11. Kommerner Kinderzug, während sich am Straßenrand das närrische Volk knubbelte. Dafür, dass alles reibungslos über die Bühne ging, sorgte Zugleiter „Känguru“ Wilfried Beitz.

Ganz im Sinne des närrischen Jubiläums lautete das diesjährige Motto, unter dem die Pänz durch die Gassen zogen: „Wenn kleene un manch jruuße Jecke 2012 durch Kommere trecke, dann dohn sie dat zum 11. Mal. Elf, dat ös die Narrenzahl!“ Dass das möglich wurde, ist zu einem großen Teil auch Schulleiter Willy Gemünd und seinen Kollegen von der Kommerner Katholischen Grundschule (KGS) zu verdanken, die den großen Kinderkarnevalszug seit elf Jahren organisieren.

Das närrische Volk dankte es ihnen mit bester Fastelovends-Stimmung. Da konnte auch der leichte Nieselregen die kleinen Jecken nicht davon abhalten, mit viel guter Laune und tollen Kostümen die fünfte Jahreszeit zu feiern. „Das Wetter hätte am Anfang etwas besser sein können, aber am Ende war es ganz okay“, freute sich „Pinguin“ Willy Gemünd darüber, dass Petrus dann doch noch ein Einsehen mit den jecken Pänz hatte.

Neben den Kindern der KGS waren auch die fünften und sechsten Klassen der der Mechernicher Städtischen Realschule im Feytal und des Städtischen Gymnasiums am Turmhof wieder mit von der Partie. Und auch die Kleinsten waren natürlich wieder mittendrin, im großen Kinderkarnevalszug. Dabei waren sowohl Kinder vom Katholischen als auch dem AWO-Kindergarten in Kommern und erstmals auch die Kinder vom Waldkindergarten aus dem LVR-Freilichtmuseum. Unterstützt wurden die kunterbunten Kinderfußgruppen bei ihrem närrischen Treiben von fünf Musikgruppen.

Der Musikverein Scheven-Wallenthal, das Tambourcorps Kommern, die Musikgruppe Lock aus Kommern, die Big Band des Städtischen Gymnasiums am Turmhof und der Spielmannszug der KG Alt Öskerche sorgten für ausgelassene Stimmung. „Dass wir so viele Musikgruppen im Zug haben, verdanken wir Sponsoren die uns gewaltig unter die Arme greifen“, freute sich Willy Gemünd über die finanzielle Unterstützung unter anderem vom Kommerner Gartenbau- und Fremdenverkehrsverein sowie dem Vereinskartell.

Ehrensache, dass auch das Kommerner Dreigestirn mit Prinz Björn I. (Schäfer), Bauer Guido (Siegert) und Jungfrau Raffaela (Ralf Arendt) dem närrischen Nachwuchs seine Aufwartung machte. Die Tollitäten chauffierten in offenen Cabrios durch Kommern  - bis sie schließlich das Bürgerhaus erreicht hatten, wo närrische Lindwurm wie immer endete. Blieb nur noch eines zu tun: Aus der Hand von Peter Wassong, dem stellvertretenden Mechernicher Bürgermeister, erhielt das Kommerner Dreigestirn die Stadtschlüssel. Somit ist nun bis Aschermittwoch auch Kommern fest in der Hand und unter der Regentschaft der Jecken.

Pp/Agentur ProfiPress

 

 

 

44 Einsendungen für Berndorf-Preis

Mechernich -  Das auch mit einigen Lesungsorten in der Stadt Mechernich erstmals im Herbst 2012 stattfindende Kriminalfestival „Nordeifel: Mordeifel“ wirft seine Schatten voraus. Am 10. Februar war Einsendeschluss für den neuen „Jacques-Berndorf-Preis - Förderpreis für Eifelkrimis“. Die Jury hatte nicht weniger als 44 Exposees und Textauszüge zu sichten, eine Resonanz, mit der niemand aus dem Organisatorenkreis gerechnet hatte. Die fünfköpfige Jury zeigte sich bei der Sichtung der Einsendungen hoch erfreut über die hohe Zahl potenzieller neuer Krimitalente, die dem Preisgericht vermutlich spannende Stunden mit allerlei erdachten Verbrechen aus der Eifel bescheren. 

Die Qual der Wahl, aus den Einsendungen den ersten Jacques-Berndorf-Förderpreisträger für Eifelkrimis im wahrsten Sinne des Wortes auszulesen, haben nun Kreiskulturreferent Klaus Ring, Kerstin Juchem vom „Literaturhaus Nettersheim“, die Krimiautoren Elke Pistor und Andreas Izquierdo sowie Volker Neumann, Lektor beim KBV-Verlag in Hillesheim. Der siegreiche Roman soll pünktlich zum Nordeifel-Krimifestival im September bei KBV in Hillesheim verlegt werden. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

www.nordeifel-mordeifel.de
www.kbv-verlag.de

 pp/Agentur ProfiPress

 

 

Böllerschüsse vom Balkon

 

Mechernicher Tradition an Weiberfastnacht: Närrischer Rathaussturm mit Artillerie und Gegenfeuer bis zum Hissen der weißen Fahne -  Machtübernahme auch diesmal erfolgreich: Bürgermeister Dr. Hans-Peter Schick wehrte sich erst heftig, streckte aber dann doch die Waffen – Dreigestirn verkündet nach Übergabe der Rathausschlüssel neues „Mechernicher Grundgesetz“

 

Mechernich – Mit den Worten „Jetzt schlägt`s 13“ hatte Dr. Hans-Peter Schick die Gäste beim Neujahrsempfang der Stadt im Januar scherzhaft begrüßt. Gemeint war, dass Mechernichs Bürgermeister zum mittlerweile dreizehnten Male zu dies

em Empfang am Beginn des neuen Jahres eingeladen hatte. Ebenfalls zum dreizehnten Male musste das Stadtoberhaupt nun an Wieverfasteloovend vorübergehend für die drei tollen Tage von seinem Amt zurücktreten.

Traditionsgemäß legte der erste Bürger alle diesbezüglichen Befugnisse in die Hände des Dreigestirns. Das jecke Publikum auf dem dicht bevölkerten Rathausplatz jubelte, als Hans-Peter Schick seine Kapitulationserklärung verlas – und die Menge gleichzeitig zum Prosten und zu Alaaf- und Helau-Rufen hinriss. Nein, die 13 war auch bei Schicks 13. Abdankung an Weiberfastnacht keine Unglückszahl.Mit großem Tschingderassabum war das aus dem Festausschuss Mechernicher Karneval (FMK), dem KC „Bleiföös“ und der Prinzengarde Mechernich (PGM) bestehende Komitee Mechernicher Karneval vor dem Rathaus aufmarschiert. Neben dem Mechernicher Trifolium waren auch die Dreigestirne aus Eiserfey und Vussem angereist, um beim Rathaussturm Schützenhilfe zu leisten.

Heinz „Addy“ Sechtem, Kommandant der Mechernicher Prinzengarde, die in diesem Jahr ihr 40jähriges Bestehen feiert, führte souverän durchs Programm und stellte das Dreigestirn in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Prinz Heinz II. „Hucky“ Krans sei ein Mechernicher Karnevalsurgestein, wohne aber in der Nähe von Düsseldorf und müsse daher „immer das dunkle Bier trinken“, scherzte Sechtem, der seinerseits – wie das Dreigestirn – bemerkenswert gut aufgelegt war.

Jungfrau Volker „Volka“ Nüßmann sei zwar „ne Imitierte“, nämlich ursprünglich aus Duisburg, aber bereits „seit 40 Jahren hier“, befand der Gardegeneral. Dagegen komme Bauer Karl „Charly“ Theißen aus der Bergstraße und sei daher ein „echter Mechernicher“. Als Adjutanten standen dem jecken Trifolium auch bei der Schlacht um die leere Mechernicher Stadtkasse und die symbolischen Rathausschlüssel Friedel Hüllenkrämer und Dieter Schuldt (beide PGM) sowie Marcel Hembach vom Festausschuss Mechernicher Karneval (FMK) zur Seite.

Auf der Bühne vor dem Rathaus knubbelte es sich: Sänger Rainer Schnichels von der PGM Big Band sang sich stimmgewaltig in die Herzen der Karnevalisten, und das Stadttambourcorps Mechernich unter der Leitung von Paul Blum spielte zackig auf, ebenso natürlich die Big Band der Jubiläums-Prinzengarde selbst.

Dann ging es ans Eingemachte: Der Bürgermeister habe sich mit „seinen Söldnern“ im Rathaus verschanzt, behauptete Heinz Sechtem, der in ganz Mechernich nur „Addy“ genannt“ wird. Schlimmer noch: Dieser „Personenkreis“ habe sich bislang geweigert, dem Ansinnen der Karnevalisten nachzukommen. „Pfui!“ rief es aus dem Publikum, dann stellte Sechtem ein Ultimatum: „Das ist die letzte Aufforderung! Der Bürgermeister soll Schätze, Wertpapiere und sonstige Kleinodien abgeben. Nötigenfalls erstürmen wir sonst das Rathaus.“

So schnell ließ sich das Stadtoberhaupt aber nicht den Schneid abkaufen. Mit gewaltigen Böllerschüssen vom Rathausbalkon machte Schick unmissverständlich klar, dass mit ihm an diesem Tag nicht gut Kirschen essen war. Kein Wunder: Schon am frühen Morgen hatte seine Sekretärin Martina de Vries ihm mit der Schere den Schlips stark eingekürzt – und der dabei anwesende Vize-Bürgermeister Robert Ohlerth hatte auch noch schallend dazu gelacht . . .

Angesichts des Gegenfeuers, das Schick nun vom Rathausbalkon auf die Feldartillerie der Prinzengarde eröffnete, hatte „Addy“ gleich mit Kennerblick Ernst Pingen von der Kommerner St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft ausgemacht, der dem Bürgermeister vorsintflutliche Schießeisen anreichte. Folgerichtig „ätzte“ Sechtem in Richtung „Beamtenbunker“: „Schicks Söldner sind wieder im Einsatz – und dann auch noch aus Kommern.“

Das war die Höhe, und es kam, wie es kommen musste: Nach ein paar Knallern aus der Kanone der Rathausstürmer schwenkte Schick plötzlich unter den Jubelrufen der versammelten Narren doch noch die weiße Fahne. Auf der Bühne tat er dann seine Abdankung kund: „Jungfrau  Volka, Bauer Theißen und der Prinz tut Hucky heißen, nun übernehmt ihr das Geschick, am Bleiberg herrscht Radau und Glück. Drum wird jetzt hier und ohne Zetern bis Aschermittwoch abgetreten.“

Schicks Tipp für die verbleibenden närrischen Tage lautete im Übrigen: „Habet Durst - und meidet Schlaf. Und ruft mit mir ganz laut ‚Alaaf‘!“  Als Trostpflaster für seine verlorene Amtswürde wurde Schick mit dem Orden der PGM und dem des Dreigestirns ausgezeichnet. Ebenfalls auf der Bühne geehrt wurde Heiner Birken, der von 1973 bis 1979 das Amt des PGM-Vorsitzenden bekleidet hatte.

Das Dreigestirn ließ angesichts Schicks bedingungsloser Kapitulation Großmut walten und verkündete für die Zeit bis Aschermittwoch das „Mechernicher Grundgesetz“. Laut dem gilt unter anderem das Gebot der Gastfreundschaft („Drink doch ene met“), keine Angst vor der Zukunft zu haben („Et kütt, wie et kütt“) und aus der Vergangenheit zu lernen („Et hät noch immer jot jejange“). Derartig beschwingt feierten die Jecken den Auftakt des Straßenkarnevals.    

Und das Wetter meinte es auch gut mit den Karnevalisten. „Das ist nicht zu kalt und nicht zu warm“, stellte Heinz „Addy“ Sechtem zufrieden fest. Eines wurde angesichts der tollen Stimmung auf dem Rathausplatz ganz klar: Nieselregen schreckt rheinische Anarchisten überhaupt nicht ab.

pp/Agentur ProfiPress

 

 

 

Feuer im Keller der Kinderstation

Mechernich – Glückliches Ende einer aufregenden Nacht: Mitten in einem Feuerwehr-Großeinsatz im Mechernicher Kreiskrankenhaus brachte eine Frau ihr Kind auf die Welt.

Als sie bereits mit Wehen im Kreißsaal war, gab es kurz nach 22 Uhr Feuer-Alarm: Im Keller der Kinderstation brannte es. Wegen der starken Qualmentwicklung – der Rauch zog über die Treppenhäuser des Westflügels aus dem Keller bis ins erste Obergeschoss – musste unter anderem auch der Kreißsaal geräumt werden. Die Frau brachte ihr Kind um 0.57 Uhr in einem Operationssaal der chirurgischen Ambulanz zur Welt. Artemi, so der Name des neugeborenen Jungen, wog 4050 Gramm und ist das dritte Kind der Familie aus Zülpich.

Weil die Rettungsleitstelle den Brand als Großschadenslage einstufte, war in der Nacht vom 8. auf den 9. Februar ein Großaufgebot an Einsatzkräften vor Ort: Drei Löschzüge, Dutzende Rettungswagen, 85 Feuerwehrleute und 50 Rettungskräfte rückten an. Rund 60 Patienten wurde vorübergehend in der geriatrischen Tagesklinik untergebracht. Drei Kinder, die einer Intensivbetreuung bedurften, wurden in die Kinderklinik nach Düren-Birkesdorf verlegt.

Der Brand selbst war weniger schlimm als zunächst befürchtet. „Wir hatten das Feuer schnell im Griff“, sagte Einsatzleiter Frank Eichen von der Mechernicher Feuerwehr im Gespräch mit Thomas Schmitz, Reporter des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Auch Bert Spilles, der den Einsatz von insgesamt 130 ehrenamtlichen Rettungskräften vor Ort und auf den verwaisten Rettungswachen koordinierte, resümierte: „Das hat alles gut geklappt.“

pp/Agentur ProfiPress

 

 

Mechernicher setzt Kölner Motto in Szene

 

Franz Kruse, Maler, Profi-Bühnenbildner und kreativ schaffender Allround-Künstler aus Mechernich, hat die karnevalistische Maßgabe „Jedem Jeck sing Pappnas“ für das Kölner Maritim-Hotel farbenprächtig und detailverliebt umgesetzt – Neue Ausstellung für die „Galerie im Rathaus“ wird von Malerin Yvonne Delisle aus Lorbach bestückt – „Tag der Künste“ in Planung

 

Köln/Mechernich – „Jedem Jeck sing Pappnas“: So ein hochoffizielles Kölner Sessionsmotto mit seitenweise festgelegtem „Regelwerk“ will künstlerisch umgesetzt, im übertragenen Sinne aus dem Schlummer des Möglichen „wachjebützt“ werden hinein in das Erwachen der Realität. Spezialist für diese Art des „Bützens“ ist der Künstler Franz Kruse.

Der Wahl-Floisdorfer mit Atelier im früheren Sportlerheim am „Eifelstadion“ hat einmal mehr die karnevalistische Bühnendekoration für das Kölner Maritim-Hotel umgesetzt. Vor Ort am Rhein – und natürlich in seiner Mechernicher Kunstwerkstatt.

Das Prozedere ist seit Jahren das Gleiche: Bereits im Spätsommer melden sich die Karnevalsoffiziellen aus der Domstadt bei dem gebürtigen Gelsenkirchener. Er erfährt dann das Motto, wie diesmal „Jedem Jeck sing Pappnas“, und kann sich fortan Gedanken machen, wie er das Thema in Bühnenbild und Deko künstlerisch umsetzen will.

„Kruse Franz“ ist für das Team des Kölner Maritim-Hotels um den neuen Direktor Hartmut Korthäuer der „Spiritus rector“ des Fastelovends. Typisch kölsche Häuserfronten gehören zu seinem Standardrepertoire. Die dem Sessionsmotto geschuldeten Details werden Fastelovend für Fastelovend vom Profi-Bühnenbildner aus der Eifel zugeliefert.

In dieser Session waren dies zwei überdimensional große Masken, die Kruse mit einer roten und einer schwarzen „Pappnas“ versehen hat: Rot steht für die Jecken, die gut „drauf“ sind, Schwarz für die „Fies- unn Miesköpp“, so Franz Kruse zur Agentur ProfiPress. Dazu kamen der eigentliche Motto-Schriftzug und eine lebensgroße Pappnasen-Galerie, die in Tribünenform angeordnet ist.

„Wir reden schon gar nicht mehr darüber, der Auftrag verlängert sich automatisch von Session zu Session“, berichtet Franz Kruse über seinen unkomplizierten Draht zum Kölner Maritim. Daran änderte auch der Direktorenwechsel von Albert Hubert zu Hartmut Korthäuer nichts. Künstlerische Qualität und Zuverlässigkeit sind die Kriterien – und die Gewissheit, dass Franz Kruse bei jedem erdenklichen Sessionsmotto von der Muse geküsst wird.

Kruse muss bei seiner Arbeit unter strenger Beachtung aller DIN-Normen und Brandschutzbestimmungen eine 25 Meter breite, 15 Meter tiefe und acht Meter hohe Bühne bestücken. Dafür braucht er unter anderem ein paar hundert Quadratmeter Sperrholzplatten, Lattenkonstruktionen, unzählige Schrauben, Hängeeisen und 40 bis 50 Liter Farbe.

Da das Atelier am Mechernicher Eifelstadion irgendwann auch einmal räumliche Grenzen hat, muss Kruse so ganz nebenbei auch noch ein logistisches Meisterwerk vollbringen. Die Motive entstehen sozusagen gestückelt und werden dann später am Bestimmungsort wie ein Puzzle zusammengesetzt. Eine anschließende Dokumentation mit zahlreichen Fotos sorgt dann dafür, dass die Maritim-Crew das Bühnenbild immer wieder problemlos ab- und wieder neu aufbauen kann.

Der Transfer von Mechernich nach Köln erfolgt mit einem vom Maritim gecharterten „Kölner Flitzer“, der die Einzelteile wohlbehütet in der Kölner Residenz anliefert. Um die 30 jecke Großveranstaltungen „erlebt“ die Kruse-Bühne pro Session, der Künstler selbst war als Bühnenbaumeister Ehrengast bei der großen „Danke-Sitzung“ des Maritims.

Unmittelbar nach dem „jecken Auftrag“ ist Franz Kruse auch wieder verstärkt in die Detailplanungen für die „Galerie im Rathaus“ vor Ort in Mechernich eingestiegen. Nach einer Premierenausstellung mit eigenen Werken von Kruse hat der Schützendorfer Günter Preuss in der Mechernicher Stadtverwaltung noch bis Mitte März ausgestellt. Ab 30. März folgen Ölbilder, Zeichnungen, Aquarelle und Holzschnitte der in London geborenen und in Mechernich-Lorbach lebenden Malerin Yvonne Delisle  (www.delisle-art.de). Geplant sind in der Mechernicher Rathaus-Galerie vier Ausstellungen pro Jahr – darüber hinaus könnte sich Kurator Franz Kruse einen „Tag der Künste“ vorstellen.

pp/Agentur ProfiPress